Die Geschichte von Electronic Music in Vegas Die Geschichte von Electronic Music in Vegas

„Vegas ist das neue Ibiza“, sagte uns die Kultfigur DJ Paul Oakenfold in 2008, und es wurde Wirklichkeit.

Was eigentlich im „Untergrund“ anfing als unbekannte Wüsten Partys, ist jetzt das Zuhause vom Electronic Daisy Carnival und beherbergt wöchentlich zehn der bestbezahltesten DJs der Welt.

Von vielen werden wir als das Herzstück der elektronischen Musik gesehen. Nur in Vegas spielt Kaskade zwölf Stunden lang und ihr könnt berühmte DJs hautnah erleben. Aber das war nicht immer so. Hier ist kurz die Geschichte von der elektronischen Musikszene in Vegas und wie es eine EDM Destination wurde.

Umzug in die Wüste

Während den Neunzigern gab es hier und dort Partys in unkonventionellen Orten der Stadt. Aber der Ursprung der elektronischen Musikszene kam von der „Desert Move“ Party in 1996.

Sie war damals einzigartig. Es war die erste Musikparty, welche von großen Unternehmen und Radiostationen gesponsert wurde, Tickets über Ticketmaster verkauft wurden und ein grandioses Lineup hatte, mit Legenden wie Josh Wink, Derrick May, Dmitry from Deee-Lite, WestBam und vielen mehr.

Die Gäste mussten damals den Bus nehmen und eine Stunde fahren bis sie „Desert Move“ erreichten. Die Organisatoren kreierten eine einmalige Bühnenshow mit einmaligem Tonsystem, Licht und Lasern. Hier kamen alle wichtigen Leute der Dance Musikszene her – von Pasquale Rotella zu DJ Robert Oleysyck.

„Es hat mein Leben verändert“, sagte Oleysyck. „Es hatte definitv Ähnlichkeit mit Utopia.“

Inspiriert von „Desert Move“ und der Dance Music Kultur von San Francisco, kreierten Gino LoPinto und Aaron Britt Vegas ersten größeren Nachtclub mit elektronischer Musik namens Utopia.

Eine DJ Utopie

Strenggesehen ist Utopia der letzte Vegas Club mit elektronischer Musik vor der Casino-Nachtclub Ära. Der Club befand sich auf dem Strip, hinter dem Gebäude wo heute das Hard Rock Cafe steht. Es vereinte Pyrotechnik, ein Soundsystem mit hoher Wattleistung und eine Mentalität „hier ist alles erlaubt“. (Las Vegas Weekly 2008)

Oleysyck war im Utopia Stamm DJ und erinnert sich an viele legendäre Auftritte im Club u.a. von John Digweed, Electric Sky Chruch, Sandra Collins und Goldie. Paul Oakenfold und Sasha legten auch während ihres ersten Vegas Trip hier auf.

„Der Ort und die „alles ist erlaubt“ Mentalität fühlte sich an, als wäre man nicht mehr in der Stadt.“ – Robert Oleysyck

„Wann immer man über Nachtclub spricht, kann man den Einfluss von Utopia nicht leugnen“, sagte Oleysyck. „Es war ein Juwel in der Nachtclubszene – nicht nur in Vegas sondern in ganz Amerika. Die Leute kamen Samstagnachts von überall. Ohne Zweifel hat sie dies auf den ein oder andern Weg beeinflusst.“

Das Format unterschied damals Utopia von jedem andern Club. Mit viel Voraussicht hat man eine einzigartige Atmosphäre der Erwachsenenfreiheit geschaffen.

„Der Ort und die „alles ist erlaubt“ Mentalität fühlte sich an, als wäre man nicht mehr in der Stadt“, sagte Oleysyck.

Die richtige Stimmung kreieren

Die „Way of Life Produktion“ (AWOL) produzierte die Partys im Utopia und veranstaltete auch eigene Dance Musik Events.

AWOL war dafür bekannt die Vorteile eines unkonventionellen Ortes herauszustellen, wie zum Beispiel bei einer Industriehalle oder sie organisierten eine Party mit mehreren Räumen, wo verschiedene Richtigen gespielt wurden. Zusätzlich kümmerten sie sich um die Dekoration, Lichtshow, Visuelle Effekte und vieles mehr.

Oftmals wurden die Veranstaltungsorte nicht vorher bekanntgegeben, sondern an dem Abend musste man eine Hotline anrufen, um den Standort zu erfahren.

Die wohl bekanntesten Partys waren „One“ (die Teufels Halloween Themen Nacht) und „Monkey Biz“, welche internationale Größen der Acid Technoszene anzog. DJ Speedy, DJ Ira und Dig Dug waren nur ein paar der Stars von AWOL Partys.

„Der einzige Grund warum ich einen Affen aus Machendrahzaun und Folie gemacht habe war die elektronische Musik.“ – Chad Craig

„Ich liebe es Sachen zu bauen“, sagte Chad Craig, Gründer und Anteilsinhaber von AWOL. „Aber der einzige Grund warum ich einen Affen aus Machendrahzaun und Folie gemacht habe war die elektronische Musik.“

Diese Ansicht war in der EDM Szene in Vegas weit verbreitet, denn dabei konnten sie sich so ausleben wie sie es wollten – sei es mit Dekoration, Musik, Kunst oder Kostümen. Dies gehörte alles zur Natur der EDM Kultur.

Aber wo haben die Leute damals die Musik herbekommen, die noch nicht sehr verbreitet war? Die EDM Kultur war im Liquid303 (heute die Arts Factory) zu finden, der einzige Ort in Vegas wo es sie zu kaufen gab.

Spielt die Platte ab

Liquid303 Inhaber und lokaler DJ John Torres gründete das Musikgeschäft Mitte 1997. Er wollte diese „Untergrundmusik“ jedem in Vegas näher bringen. Es liegt super, weil er ein Experte auf seinem Gebiet war und es das einzige Geschäft in Vegas war, welches Dance Musik Albem verkauft.

„Es wurde zu meiner Leidenschaft alles über die Künstler, das Label, das Genre und der Geschichte zu lernen“, sagte Torres. „Das machte uns einzigartig. Es war ein Geschäft von DJs für DJs.“

Das Geschäft wurde zum Mittelpunkt der elektronischen Musik in Vegas. Wenn man wissen wollte, wo diese Nacht was lief ging man ins Liquid303. Hier konnte man sogar Karten schon im Vorverkauf kaufen.

„Das Zeitpunkt war perfekt“, so Torres. „Utopia war in seiner Blüte, Chad von AWOL veranstaltete legendäre Partys und Afterpartys fingen an. Die Szene wuchs so schnell, aber wurde noch als „Untergrund“ bezeichnet.“

Entwicklung zum Mega-Club

Die Casinos erkannten ihr Potenzial, als das Geschäft der elektronischen Musik in Nachclubs und Geschäfte außerhalb des Strips zog. Die Resorts am Strip fingen an größere DJ Namen für das Wochenende oder die Feiertage zu buchen. Ehemalige Clubs wie Ra (Luxor), C2K (Venetian) und Baby’s (Hard Rock) waren die ersten in Vegas die regelmäßig international bekannte DJ engagierten. Sie hatten spezielle Nächte oder Räume wo sie elektronische Musik spielten.

Dance Musik wurde erste in den früher 2000ern in den Casinos bekannt. Bis dahin war das Ice der einzige Club abseits des Strips wo wöchentliche bekannte internationale DJs auflegten wie Donald Glaude, Paul Oakenfold, DJ Tan, Tiesto und Armin Van Buuren. Ice war auch im TV zu sehne bei der Reality Show „The Club“.

AWOL verwandelte damals die Bühnen genauso, wie die Stars sie haben wollte.

„Ich erinnere mich noch, dass 15 von uns im Eingang warteten um die Chippendal’s Bühne innerhalb weniger Minuten in einen Nachtclub zu verwandeln“, sagte Craig. „Unser Lastwagen war voller Lautsprecher, denn keine hatte das Anlagensystem war wird damals brauchten.“

Photo by Mikey McNulty

Dieser Akt veränderte alles

Diese relativ kleinen Musik Events hielt während der 2000er an. Damals gab es noch keinen Mega-DJ, der regelmäßig in Vegas auflegte. Doch dann ließ sich Paul Oakenfold 2008 mit „Perfecto“ im Rain (Palms) nieder – und das veränderte alles.

Oakenfold durchbrach die Top 40 mit Perfecto, die damals von Hip-Hop regiert war. Was Oakenfold Auftritt von allen anderen Unterschied war die durchdachte Produktion. Musikalisch unterhielt er die Leute mit non-kommerziellen Stücken, visuell gab es eine große Lichertshows, Künstler, Stelzenläufer und noch vieles mehr.

„Es ist ein Spielplatz für Erwachsene.“ – Paul Oakenfold 2008

In einem Interview 2008, erzählte uns Oakenfold, dass die Bar seit Perfecto im Rain in die Decke schießt und auch jeder weitere Nachtclub in Vegas immer besser wird.

„Es ist ein Spielplatz für Erwachsene geworden“, sagte Oakenfold. „ Der nächste Nachtclub oder Unternehmen, das es uns gleich machen will, wird sich noch etwas anderes einzigartiges einfallen lassen und das ist gut für Vegas.“

Oakenfold hat die Tanzmusik Landschaft in Vegas mit Perfecto im Rain komplett verändert – und das ist auch gut so. Es war so erfolgreich, dass sein Jahresvertrag verlängert wurde und es ihm andere Clubs nachmachten und auch große Namen längerfristig engagierten.

EDM Hauptstadt der Welt

Light Group, Tao Group, Wynn Resorts und Play Management sprangen auf den Zug der Dance Musik auf und konzipierten einmalige Veranstaltungsorte. Sie zeigten, dass es kein Limit gibt in der Nachtclubszene. Diese Orte waren der Grund dafür warum Vegas EDM Hauptstadt der Welt wurde. Ein Club nach dem anderen tauchte auf wie XS in 2008 (Encore at Wynn), Marquee in 2010 (The Cosmopolitan), Surrender in 2010 (Encore at Wynn), Hakkasan in 2013 (MGM Grand), LIGHT in 2013 (Mandalay Bay), Omnia in 2015 (Caesars Palace) und Jewel in 2016 (ARIA).

Diese Clubs waren berühmt für ihre erstklasse DJs, hochmoderne Anlagensysteme, speziellen Effekte und Pyrotechnik sowie Künstler und Tänzer.

Tao Nightclub (Venetian) war der erste der einen Dayclub mit Pool Party Erlebnis kreierte. Dadurch, dass die Hakkasan Group die Angel Management und Light Groups übernahm wirbelten sie das Vegas Nachtleben auch extrem auf. Laut „2015 Nightclub & Bar“ Top 100 Liste besitzen die beiden Unternehmen und das Wynn Resort fünf der sechs Umsatzstärksten Nachtclubs in den USA.

„Die Stadt und diejenigen die hier hinkommen, werden von Orten und Menschen angezogen, die groß sind.“ – Jason Strauss.

Aber warum passen EDM und Umsatzstarke Veranstaltungsorte so gut zu Vegas? Mitgründer und Besitzer von der Tao Group Jason Strauss begründet es damit, dass Vegas schon immer große Persönlichkeiten angezogen hat. „Die Stadt und diejenigen die hier hinkommen, werden von Orten und Menschen angezogen, die groß sind“, sagt Strauss.

Er erinnert sich an einen speziellen Moment, wo er wusste das EDM die Zukunft von Las Vegas ist.

„Eines morgens am Wochenende war TAO überfüllt mit Leuten, die immer noch zu Erick Morillo tanzten, selbst bei Sonnenaufgang“, sagt Strauss. „Die Partner der TAO Group sahen Potential in EDM und wollten die ersten sein, die einen Club mit dieser Musik auf dem Strip aufmachten.“

Zur selben Zeit in 2011, als mehrere Club eröffneten, zog auch das Electic Daisy Carnival Festival von Los Angeles nach Vegas und verwandelte Vegas in eine EDM Destination.

Unter dem Elektronischen Himmel

Gründer von „Insomniac“ Pasquale Rotella erzählte uns, dass Vegas perfekt zu EDC passen würde. Er sagt, dass die Stadt nicht nur groß genug wäre für all die EDC Besucher, sondern weil sie bereits Hauptstadt des Entertainments sei.

„Las Vegas war schon immer eine große Nummer in der Musikszene“, sagte Rotella. „Als EDC in Vegas veranstaltet wurde hat das die Dance Musik verändert.“

EDC ist anders als andere Musikfestivals weil es eine große Produktion ist. Jedes Jahr steht unter einem anderen Thema, welches von den Künstlern, Kostümen und der Dekoration veranschaulicht wird. Man kann Kunstwerke betrachten, Fahrgeschäft fahren und Künstler auf acht Bühnen zuhören. Pyrotechnik und Feuerwerke gehören ebenso zu dem Erlebnis. In den ersten drei Jahren hat das Feuerwerk insgesamt 108 Minuten gedauert.

„Wir konzentrieren uns auf das Erlebnis“, sagt Rotella. „Wir wollen eine Fantasiewelt für die Besucher schaffen. Wir sind ein einmaliger Themenpark. Außerdem sind die Besucher ebenfalls wichtig. Es ist eine große Gemeinschaft, das unterscheidet uns von anderen Massenveranstaltungen.“

„Es sollte mehr Ort wie Vegas in der Welt geben.“ – Pasquale Rotella

In den letzten fünf Jahren soll EDC hochgerechnet 1,3 Milliarden US Dollar der Wirtschaft von Vegas eingebracht haben. Zudem zog das Electic Daisy Carnival mehr als 400.000 Besucher in drei Tagen zu dem Las Vegas Motor Speedway in 2015 und brach den Rekord von Vorjahr. Somit ist es nun das größte Musikfestival Nordamerikas.

„Ich liebe Las Vegas. EDC wäre nicht das was es jetzt ist ohne die Stadt“, sagt Rotella. „Ich spreche für die ganze Gemeinschaft. Es sollte mehr Orte wie Vegas auf der Welt geben.“

Seitdem EDC in Vegas veranstaltet wird, werden auch die DJ Namen in den Nachtclubs am Strip immer berühmter. Laut Forbes, haben neun der zehn bestbezahlten DJs in Vegas einen Vertrag inklusive Calvin Harris, David Guetta, Avicii, Tiesto, Steve Aoki, Afrojack, Zedd, Kaskade und Skrillex.

Was kommt als nächstes?

Die Electronic Musik Industrie ist weltweit 7,1 Milliarden US Dollar wert – 60 Prozent mehr als vor drei Jahren, laut dem Internationalen Music Summit 2016 Business Report.

Wenn es nach Rotella geht liegt die Zukunft von EDM ebenfalls in Vegas.

EDM wurde zu Popmusik. Was als unbekannte Musik begann dominiert jetzt die Top 40 Charts mit Künstlern wie Major Lazer und The Chainsmokers.

Mit legendären Poolpartys das ganze Jahr über und noch mehr Kooperationen zwischen namenhaften Künstlern wie Drake oder Selena Gomez und Nachtclubs, wird Vegas ihr Unterhaltungsangebot noch weiter ausbauen und verbessern.

„Las Vegas wird weiterhin innovative Ideen haben um Hauptstadt des Entertainments zu bleiben, und elektronische Musik wird immer ein Teil davon sein“, sagt Rotella.

The Zukunft von EDM in Vegas leuchtet so hell wie die Sterne. ✨